Yahoo! Pipes und die Versionierung des Web

am 13. February, 2007
um 16:59
 

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Yahoo! Pipes Screenshot
Also gut, Yahoo! hat Pipes rausgebracht. Ein Tool, mit dem man grafisch, node-basiert, verschiedene Datenquellen (Feeds) zusammenschmeißen, koppeln und filtern kann. Alle Web-Services, die ihre Inhalte als RSS-Feed herausgeben, können auf diese Weise miteinander verknüpft werden. Das alles ohne weitergehende Programmierkenntnisse.

So weit so gut. Ist das jetzt der Web 2.0 Baukasten, der die große Idee der Vernetzung von Informationen für Jedermann individualisierbar und vor allem begreifbar macht?

Im Grunde ist diese Funktionalität ja schon immer in der Architektur des Web angelegt. “The Web is the API”, oder als Tatsächliche Schnittstelle zwischen zwei Services: “The URL is the API”. Das hat Eric Raymond schon 1997 auf der 1st Perl Conference gesagt. (Nein, ich war damals nicht persönlich anwesend, ich habs nachgelesen. hier) Also wächst hier im Grunde nur zusammen, was lange schon zusammengehört hat. Warum sollte die Vernetzung des Netzes beim reinen Verlinken statischer Seiten bleiben?

An dieser Stelle taucht allerdings ein Begriff auf, der mir die Freude über diese Entwicklung schon wieder vergällen will: Noch bevor die Mehrheit überhaupt begriffen hat, was passiert, schreit sie schon ein “Web 3.0″ herbei. Wenn man schon einem dynamischen und offenen System wie dem Web Versionsnummern verpassen möchte, dann sollte man sich auch an entsprechende Konventionen halten. All die Web 2.0 Start-Ups machen es ja schon richtig vor, und untertiteln Ihre Wortschöpfungen mit einem (kleingeschribenen) “beta”. Also würde ich sagen, Yahoo! Pipes ist der Pate von “Web 2.0 Release Candidate 1″. Ganz einfach.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, welche Sinnvollen Anwendungen sich entwickeln lassen, die auch in zwölf Monaten noch genutzt werden. Denn die Diskussion, ob es sich bei Web 2.0 auch um die Internetblase 2.0 handelt, halte ich in Anbetracht der Preise, die für solche Start-Ups gezahlt werden, zum Teil für absolut gerechtfertigt. Doch Spielereien seien erlaubt, denn nur so lassen sich Grenzen und Möglichkeiten dieser neuen alten Technologie ausloten. Wer jetzt noch eine Anregung zum Spielen braucht, dem sei Philipp Lenssens Idea for Web 3.0 Site ans Herz gelegt:

Pipe 25 digg-style-chosen RSS feeds into a single new feed, and add a social bookmarking service on top to find additional feeds. Convert the feeds to a podcast through a text-to-speech engine. Channel the podcast into audio-based social networks which have a subscriber/ payment/ commission model. Expose the output via a customized, invite-only meta search engine accompanied by a link building campaign. After a year, from the resulting $40 in revenues, take a day off from the blogosphere, grab some food, walk up a lonely hill, and think about the world – hopefully you’ll come up with the idea for your web 3.0 site.

(via)

Mehr Informationen und Anleitungen zu Yahoo! Pipes (alle englisch):
hier, hier und hier.

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